Ich bin Diplom-Sozialpädagogin und habe Menschen in fast jeder Lebensphase
begleitet. Von Kindern über Jugendliche und Erwachsene bis zu alten Menschen, in ganz
unterschiedlichen Bereichen. Dieser weite Blick prägt, wie ich arbeite: Ich schaue
nicht auf ein einzelnes Problem, sondern auf den ganzen Menschen und seine Zusammenhänge.
Mit 23 bin ich zum ersten Mal Mutter geworden. Heute sind es vier Kinder, von
erwachsen bis klein, dazwischen liegen sechs Jahre Elternzeit. Ich habe in dieser
Zeit vor allem funktioniert. Ich habe meine Kinder angeschrien und mich danach dafür
geschämt. Und es gab eine Phase, in der es mir selbst richtig schlecht ging.
Über Leistung zu gehen, erst machen und später vielleicht spüren, habe ich schon als
Kind gelernt. Das trägt eine ganze Weile. Irgendwann nicht mehr. Den Weg zurück zu
mir bin ich Schritt für Schritt gegangen, und genau da begleite ich heute andere
Frauen.
Was sich durch all die Jahre zieht, ist eine Überzeugung: Menschen brauchen selten
noch einen guten Ratschlag von außen. Sie brauchen jemanden, der ihnen hilft, ihren
eigenen Weg zu finden, einen der wirklich zu ihnen passt und den sie tragen können.
Warum ich das mache? Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, mit seinen Themen allein zu
sein. Wenn Gespräche mit Freundinnen gut gemeint sind und trotzdem nicht weiterhelfen.
Ich nehme mir Zeit, ich merke meist schnell, worum es wirklich geht, und ich sage dir
auch die unbequemen Dinge, wenn sie dran sind.